Schlankere Strukturen, mehr Geld für Investitionen und Eigenverantwortung der Unternehmer: Kärntner Landtag beschließt das neue Tourismusgesetz.
18 monatelange Vorbereitung und über 100 Besprechungen mit rund 500 Beteiligten von Gemeindebund, Wirtschaftskammer, Regionen und auch Unternehmer, und: heute hat der Kärntner Landtag das neue Tourismusgesetz beschlossen. “Die Reform macht Tourismusunternehmer von Betroffenen zu tatsächlich Beteiligten”, sagt ÖVP-Clubobmann Markus Malle zur ersten Tourismusreform seit rund 15 Jahren. Tourismus-Landesrat Sebastian Schuschnig dazu: “Wir geben den Unternehmen das Werkzeug in die Hand, um mehr Wertschöpfung zu erzielen.”
Schuschnig umreißt die Eckpunkte des neuen Tourismusgesetzes: Statt 125 Tourismuseinheiten wird es künftig nur mehr neun Verbände und die Kärnten Werbung geben. Die bisherige Orts- und Nächtigungstaxe wurde seit rund 20 Jahren nicht indexiert. Nun werden die Taxen zur neuen Aufenthaltsabgabe zusammengeführt. Künftig stehen rund 50 Millionen Euro jährlich für Investitionen in Angebot, Infrastruktur und Vermarktung zur Verfügung. Und: Die Entscheidung über die Verwendung der Mittel treffen künftig die Unternehmer in den Gremien der Regionen. “Jene Persönlichkeiten, die Tag für Tag in der Gästewirtschaft arbeiten, wissen am besten, wohin das Geld investiert werden soll”, so Malle.
Für ÖVP-Landtagsabgeordneter Hannes Mak ist entscheidend, dass die Geldmittel zweckgebunden dorthin kommen, wo sie gebraucht werden: “Wir haben damit die Möglichkeit in den Regionen zu investieren”, so Mak. Und: “Investitionen in touristische Infrastruktur schafft nicht nur mehr Qualität im Tourismus, sondern erhöht auch die Lebensqualität in unseren Gemeinden.”
Kein Cent aus der Aufenthaltsabgabe geht an das Land, die Mittel fließen zu 100 Prozent in den Tourismus. „Damit stehen für Investitionen und Vermarktung damit künftig um 20 Millionen Euro mehr zur Verfügung als bisher”, so Schuschnig weiter. Das sei ein enormer Impuls für die touristische Infrastruktur. “Das Tourismusland Kärnten soll sich wieder etwas trauen, nicht nur die Pflicht erfüllen, sondern auch wieder Leuchtturmprojekte entwickeln”, fordert Schuschnig auf.
“Die Politik ist nicht der bessere Unternehmer”, sie gibt den Rahmen vor”, stellt Malle klar. “Die Touristiker werden dem neuen Gesetz Leben einhauchen, davon bin ich überzeugt.” Und Schuschnig ergänzt: “Diese Reform ist ein Impuls für ein mutigeres Mindset im Kärntner Tourismus.”

